16.06.2016 | Stadt

Anders bauen: Wohnungen für die Zukunft

In vielen Städten Deutschlands sind Wohnungen knapp, die Mieten steigen. Das Bundesumweltministerium schätzt, dass jährlich mindestens 350.000 neue Wohnungen entstehen müssten, damit auch Menschen mit geringeren Einkommen noch angemessenen Wohnraum finden. Doch wie lässt sich in eng besiedelten Räumen noch Platz schaffen?

Informationen und Materialien

Didaktischer Kommentar

Thema der Unterrichtsvorschläge für die Sekundarstufe und die Grundschule ist der Zusammenhang zwischen langfristigen Bevölkerungstrends in Deutschland, dem Bedarf an Wohnungen sowie dem Wohnungsbau in Städten. Leitfrage ist, wie neuer Wohnraum unter Berücksichtigung der Prinzipien nachhaltiger Entwicklung geschaffen werden kann. Dabei sollen unter anderem langfristige Trends berücksichtigt und gleichzeitig Ressourcen geschont werden.

Weltweit wächst der Anteil der Bevölkerung, der in Städten lebt. Doch die Möglichkeiten des Wachstums in der Fläche sind begrenzt. Ein nachhaltiger Ansatz, um mehr Wohnraum zu schaffen, ist das sogenannte Nachverdichten des Siedlungsraumes. Neuer Wohnraum wird dabei im bestehenden Siedlungsgebiet geschaffen. Er muss verschiedenen Anforderungen genügen. Zum Beispiel sollten sich Gebäude an den demographischen Wandel anpassen lassen. So werden in Zukunft mehr altersgerechte Wohnungen benötigt. In vielen Regionen wird die Bevölkerung früher oder später schrumpfen, sodass ein Rückbau möglich sein sollte. Außerdem sollte es möglich sein, Wohnraum an unterschiedliche Lebensstile anzupassen.

Viele Kinder und Jugendliche leben in Städten und erfahren täglich von Problemen, die dies mit sich bringen kann. In deutschen Großstädten sind insbesondere Familien von der Wohnungsknappheit und steigenden Mieten betroffen.

Die vorliegenden Unterrichtsvorschläge ermöglichen Schülern und Schülerinnen, grundlegendes Wissen zu den Rahmenbedingungen zu erarbeiten und die Voraussetzungen zu erlangen, an diesem zukunftsorientierten Thema mitzuarbeiten. Durch problemgeleitete Fragestellungen werden verschiedene Kompetenzebenen angesprochen, die von der fachlichen bis hin zur Argumentationskompetenz reichen.

In der Sekundarstufe werden zum Einstieg mittels ausgewählter Infografiken Informationen zum Wachstum der Städte vorgestellt. Hierbei zeigen sich bestehende Probleme sowie Ansprüche an zukunftsfähige Planungen. Auf dieser Grundlage entwickeln die Schüler/-innen gemeinsam Kriterien für die nachhaltige Schaffung von Wohnraum und stellen Überlegungen zu möglichen Planungsszenarien für Neubauten an.

Anhand eines Arbeitsblattes lernen die Schüler/-innen Beispiele für alternative beziehungsweise nachhaltige Bauweisen kennen. Ein Unterrichtsgang in die eigene Umgebung dient zur Veranschaulichung der Möglichkeiten, Baumaßnahmen umzusetzen. Fotos oder Skizzen ausgewählter Gebäude in der Umgebung können später im Unterricht verwendet werden.

Exemplarisch für eine bestehende Baulücke beziehungsweise ein bestimmtes Gebäude planen die Lernenden eine eigene Baumaßnahme, die anschließend im Plenum präsentiert wird.

Die kultusministeriellen Vorgaben ermöglichen eine Berücksichtigung in den Fächern Geografie, Wirtschaft/Wirtschaftslehre, Sozialwissenschaften/Sozialkunde, Politik, Gemeinschaftskunde beziehungsweise den entsprechenden Lernbereichen, Fächerverbünden oder Neigungsfächern. Ebenso bieten sich fächerübergreifende Ansätze an, zum Beispiel mit dem Fach Deutsch (Argumentationskompetenz), Mathematik (Prognosen und Trends) und Kunst (Bau von Modellen).

In der Grundschule werden zum Einstieg anhand von Personen- und Situationsbeschreibungen Bedürfnisse von Wohnungssuchenden diskutiert. Die Klasse beschäftigt sich mit der Frage, warum der Bedarf an Wohnungen in Städten so groß ist. In Form eines "Wohnpuzzles" setzen sich die Lernenden damit auseinander, wie die Bedürfnisse der Wohnungssuchenden befriedigt werden könnten. Sie vergleichen die Situation der Wohnungssuchenden mit Beispielen für bestehende Gebäude. Auf Bildern beispielhafter Gebäude beziehungsweise Baulücken skizzieren sie eigene Ideen, wie das Gebäude zum Wohnen genutzt werden könnte. Ein Arbeitsblatt mit Beispielen für alternative beziehungsweise nachhaltige Bauweisen zeigt den Lernenden Möglichkeiten auf.

Abschließend werden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und verglichen. Erweiternd können Beispiele aus der eigenen Umgebung diskutiert werden.

Der Unterrichtsvorschlag ist in der Grundschule vor allem im Sachunterricht angesiedelt. Die Schwerpunkte liegen in Themenbereichen wie Wohnumgebung und Heimatort sowie Teilhabe an der Gesellschaft. Zudem geht es um zukunftsfähige Planungen und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Interessengruppen. Der Unterrichtsvorschlag ist eher den höheren Klassen der Grundschule zuzuordnen, da auch Transferwissen gefordert ist. Durch vielfältige Methoden ist die unterrichtliche Betrachtung abwechslungsreich und auch für heterogene Lerngruppen geeignet.

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Arbeitsmaterialien (3)

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