Aktiv für den Natur- und Umweltschutz

Familie in Natur
Grundschule

Welche Möglichkeiten gibt es, selbst etwas für den Umweltschutz zu tun? Was hilft uns dabei, aktiv zu werden? Die Schüler/-innen erstellen Porträts von engagierten Menschen. Sie diskutieren, inwiefern deren Geschichten geeignet sind, Botschaften zu vermitteln. Optional entwerfen sie eine Geschichte aus der Perspektive einer "Umweltheldin" oder eines "Umwelthelden" und präsentieren diese mit digitalen Werkzeugen.

Kompetenzen und Ziele

Die Schüler/-innen …

  • erkunden Möglichkeiten von Kindern, im Alltag etwas für Umwelt- und Klimaschutz zu tun, und lernen Beteiligungsmöglichkeiten im Gemeinwesen kennen,
  • prüfen die eigenen Handlungskompetenzen durch die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten einer eigenen Beteiligung,
  • stärken ihre Methodenkompetenz durch den fragenbezogenen Einsatz ausgewählter Materialien,
  • stärken ihre Methodenkompetenz, indem sie mithilfe von digitalen Werkzeugen eine Präsentation konzipieren und gestalten, 
  • setzen sich für eine bessere Qualität der Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung ein,
  • festigen ihre Urteils- und Argumentationskompetenz durch eine erste Bewertung möglicher Handlungsoptionen.

Umsetzung

Einstieg

Die Leitfragen lauten: Welche Möglichkeiten gibt es, selbst etwas für den Umweltschutz zu tun? Was hilft uns dabei, aktiv zu werden?

Zum Einstieg führt die Lehrkraft im Plenum eine kurze Umfrage durch. Sie stellt nacheinander drei Fragen, die Ergebnisse werden für alle sichtbar notiert (als Stichworte, jeweils gruppiert um die Frage):

  • Welche Umweltprobleme kennt ihr?
  • Was können wir tun, um die Umwelt zu schützen?
  • Was habt ihr selbst in der vergangenen Woche für den Umweltschutz getan?

Gegebenenfalls ergänzt die Lehrkraft zu Frage zwei einfache Beispiele aus dem Alltag: keine Geräte im Stand-by, weniger Fleisch essen, Dinge reparieren statt neu kaufen, Bioprodukte kaufen, Gegenstände tauschen, keine Lebensmittel wegwerfen, Recyclingpapier benutzen, eine Blumenwiese anlegen, regionale Produkte (auf dem Markt) einkaufen etc.

Die dritte Frage sollte erst gestellt und notiert werden, wenn alle Beiträge zu den vorhergehenden Fragen gesammelt wurden.

In der Regel sollte deutlich werden, dass nicht alle Schüler/-innen selbst im Alltag alles umsetzen, was man theoretisch für den Umweltschutz tun könnte. Die Lehrkraft erklärt, dass dies bei den meisten Menschen so ist. In der Forschung wird immer wieder festgestellt, dass zwar viele Menschen Umweltschutz sehr wichtig finden und etwas dafür tun möchten, dass sie dies im Alltag aber oft nicht tun (siehe Hintergrundtext).

Die Lehrkraft kündigt an, dass es im Folgenden um die Frage geht, was uns hilft, selbst für den Umweltschutz aktiv zu werden.

Arbeitsphase

In Gruppen erstellen die Schüler/-innen kurze Porträts ("Steckbriefe") von Menschen, die sich für den Umwelt- oder Naturschutz engagieren. 

Dafür nutzen sie entweder die vorbereiteten Materialien oder sie beschreiben Menschen, die sie persönlich kennen. Darüber hinaus eignen sich gegebenenfalls auch Medienbeiträge als Material, zum Beispiel Porträts von prominenten jungen Aktivisten wie Greta Thunberg oder Boyan Slat.

Falls technisch möglich, schaut die Klasse ein oder mehrere kurze Videos (siehe Materialien): ein Porträt einer Person/einer Initiative, die sich freiwillig für den Umweltschutz engagiert. 

Der Inhalt der Steckbriefe sollte vorstrukturiert werden (Beispiel):

  • Wer ist das? (Name, Alter)
  • Was macht die Person?
  • Warum ist das wichtig für die Umwelt/für die Natur?
  • Warum macht er/sie das?

Alternativ können die Steckbriefe als Hausaufgabe angefertigt werden.

Die Klasse betrachtet gemeinsam die Galerie der "Steckbriefe". 

Im Plenum diskutiert die Klasse anhand der Beispiele folgende Fragen:

  • Warum tun nicht alle Menschen so viel für den Umweltschutz? Was hindert uns manchmal daran, uns umweltbewusst zu verhalten?
  • Was gibt es für Gründe, warum die vorgestellten Personen sich gern engagieren? Was macht an ihren Tätigkeiten Spaß? Was kennzeichnet Handlungen, die uns leichtfallen oder die wir gern machen? (Beispiele: gemeinsam macht es mehr Spaß; andere Menschen finden es gut, …)

Die Ideen werden gesammelt (zum Beispiel mittels Klebezetteln) und eingeordnet: "Das finde ich schwierig" und "Das macht es leicht!"

Arbeitsphase 2 (optional)

Je nach Zeitbudget kann in einem zweiten Teil der Arbeitsphase thematisiert werden, wie solche Beispiele genutzt werden können, um für mehr Umweltschutz zu werben.

Die Lehrkraft weist darauf hin, dass Umweltschutzorganisationen, aber auch Behörden und die Regierung manchmal mit Plakaten, Broschüren oder Videos im Internet für mehr Umwelt- und Klimaschutz werben. Ziel ist, dass sich mehr Menschen umweltbewusst verhalten.

Die Lehrkraft erläutert, dass dabei Geschichten wie die der zuvor vorgestellten Personen eine wichtige Rolle spielen können. Denn ihr Beispiel macht es besonders anschaulich, wie man aktiv werden kann und warum (siehe Abschnitt zu Storytelling im Hintergrundtext).

Die Schüler/-innen erhalten den Auftrag, in Gruppen erneut die Beispiele zu untersuchen. Mithilfe der Steckbriefe und Arbeitsmaterialien schreiben sie eine Geschichte aus der Perspektive einer "Umweltheldin" oder eines "Umwelthelden".

Im Plenum stellen die Gruppen ihre Geschichten vor.

Abschluss

Zum Abschluss verweist die Lehrkraft erneut auf die Umfrage vom Anfang. Die Lehrkraft fordert die Schüler/-innen auf, Möglichkeiten des Einsatzes für den Umweltschutz auszuwählen und mithilfe der Ergebnisse aus der Arbeitsphase zu beschreiben, was diese Handlung "ganz leicht" machen würde.

Erweiterung

  • Es bietet sich an, im eigenen Umfeld praktische und anschauliche Erfahrungen zu sammeln. Die Schüler/-innen können ausgewählte Aktivitäten für mehr Umweltschutz selbst erproben, zum Beispiel Tätigkeiten im Schulgarten, im Stadtpark oder im nahegelegenen Naturschutzgebiet. Attraktiv für die Schüler/-innen sind persönliche Treffen mit Menschen, die sich in besonders interessanter Form engagieren – die zum Beispiel im Rahmen ihrer Tätigkeit im Ausland waren oder die für ihr Engagement besondere Aufmerksamkeit erhalten haben (Auszeichnungen, Medienberichte).
  • Die Schüler/-innen setzen ein eigenes Storytelling-Medienprojekt um. Praktische Hinweise dazu finden sich in den Materialien zum Storytelling. Dabei wählen sie ein Umweltschutzziel, das sie selbst besonders wichtig finden. Mithilfe von typischen Erzählmustern entwickeln sie eine eigene Geschichte. Für die digitale Umsetzung können je nach Vorkenntnissen und technischer Ausstattung verschiedene Formate gewählt werden. Multimediale Präsentationen können mit Standard-Software wie PowerPoint oder OpenOffice/Libre Office gestaltet werden. Videos können mit vielen Smartphones oder Tablets erstellt werden. Darüber hinaus können Social-Media-Plattformen genutzt werden, um Storys aus der persönlichen Sicht von (fiktiven) Akteuren zu erzählen.
  • Die Klasse erstellt eine Broschüre mit Ideen für eigene Tätigkeiten: "So ist Umwelt- und Naturschutz ganz leicht", nach dem Vorbild von "Einfach die Welt verändern – 50 kleine Ideen mit großer Wirkung". 
  • Alternativ sind eigene Kampagnen möglich: Was sollte im eigenen Wohnort dringend für den Umwelt- und Naturschutz getan werden? Die Schüler/-innen entwerfen Plakate für eine Ausstellung in der Schule und/oder öffentlichkeitswirksame Aktionen in ihrem Wohnort.

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