"Bio" – was bedeutet das eigentlich?

Obst- und Gemüsestand auf einem Biomarkt
Grundschule

Was unterscheidet eigentlich einen Apfel mit Bio-Siegel von einem "normalen"? Die Schüler/-innen untersuchen verschiedene Produkte und ermitteln, was hinter Siegeln und Logos steckt. Mithilfe von Verbraucherinfos bewerten sie typische Aussagen über Bio-Lebensmittel.

Ziele

Die Schüler/-innen ...

  • werden für wichtige Zusammenhänge zwischen Ernährung und nachhaltigem Handeln sensibilisiert,
  • lernen die Voraussetzungen zur Deklarierung von Bio-Lebensmitteln kennen,
  • setzen sich mit den Unterschieden zwischen konventionellen und Bio-Lebensmitteln auseinander,
  • analysieren und bewerten unterschiedliche Vorurteile gegenüber Bio-Lebensmitteln,
  • sind in der Lage, geeignete Methoden zur Beurteilung von Aussagen anzuwenden,
  • lernen, ihr Handeln selbst- und sozialverantwortlich im Umgang mit vorhandenen Ressourcen und mit Blick auf globale Folgen anzulegen,
  • erweitern ihre Fähigkeiten im Zusammenhang mit der Argumentationskompetenz.

Umsetzung

Zum Einstieg kann die Lehrkraft zwei identische Lebensmittel zeigen, eines mit und eines ohne Bio-Siegel (zum Beispiel zwei Äpfel, Bananen oder Müsliriegel). Sie stellt die Frage in den Raum: "Warum tragen diese Lebensmittel unterschiedliche Aufkleber/Siegel? Was ist der Unterschied?"

Alternativ oder ergänzend können die Schüler/-innen Produktverpackungen nach aufgedruckten Siegeln und Logos untersuchen. Sie stellen ihre Funde vor und geben eine Einschätzung dazu ab, was diese bedeuten. 

Im Unterrichtsgespräch wird zunächst der Kenntnisstand der Klasse ermittelt. Hier können gegebenenfalls unterschiedliche Siegel verglichen und Grundlagen geklärt werden. Die Schüler/-innen sammeln dafür zunächst in einem Brainstorming, was sie selbst unter "Bio" verstehen und was sie darüber wissen.

Die Lehrkraft kann für das Brainstorming einen Satzanfang vorgeben: "Lebensmittel, auf denen Bio steht, sind …" 

Die Schüler/-innen können eigene Einschätzungen äußern oder typische Aussagen, die sie im Alltag im persönlichen Umfeld gehört haben. Die Sätze werde notiert, zum Beispiel auf Karten in "Sprechblasen"-Form. Gegebenenfalls ergänzt die Lehrkraft typische Aussagen.

Denkbar sind zum Beispiel folgende Formulierungen: 

"Bio-Lebensmittel sind …"

  • gesünder, 
  • leckerer,
  • zu teuer,
  • weniger mit Schadstoffen belastet,
  • eh nur Schwindel,
  • besser für die Umwelt,
  • besser für die Tiere.

In Gruppenarbeit versuchen die Schüler/-innen, eine oder mehrere der Aussagen zu überprüfen und zu bewerten. Als Grundlage erhalten sie einfache Informationstexte und Ausschnitte aus altersgerechten Medienbeiträgen mit Informationen zum Bio-Siegel. 

Folgende Beiträge bieten sich als Arbeitsgrundlage an: 

Die Schüler/-innen lesen ihren Text und markieren wichtige Passagen. Dabei achten sie besonders auf Informationen, die "ihre" Behauptung unterstützen oder widerlegen. Sie notieren ihre Bewertungen in Form einer Tabelle:

Behauptung: Bio-Lebensmittel sind ...
Diese Behauptung stimmt, denn ...Diese Behauptung stimmt nicht, denn ...
......
......

Die Gruppen stellen ihre Ergebnisse und ihre Bewertung vor. Gemeinsam werden die Ergebnisse reflektiert. Mögliche Fragen für die Diskussion sind: 

  • Was könnte der Grund dafür sein, dass verschiedene Leute gegensätzliche Meinungen zu Bio-Lebensmitteln haben?
  • Was könnte der Grund sein, warum manche Verpackungen "ein bisschen wie Bio" aussehen, aber kein Bio-Siegel tragen?

Zum Abschluss können die Schüler/-innen ihre Idealvorstellungen für Lebensmittel und Landwirtschaft formulieren. Als Impuls kann die Frage dienen: Was sollte in der Landwirtschaft (zum Beispiel in der Tierhaltung) "normal" sein?

Erweiterung

  • Die Schüler/-innen zeichnen ein eigenes Siegel, das für die selbst formulierten Ansprüche an Lebensmittel steht. Reale Siegel können als Anregung dienen.
  • Der Unterrichtsvorschlag lässt sich mit weiteren Aspekten aus dem Bereich Ernährung und Landwirtschaft verknüpfen. Bei Umwelt im Unterricht liegen unter anderem folgende verwandte Themen vor: EU will "grünere" Landwirtschaft (Schwerpunkt: Stickstoffeintrag durch erhöhten Düngemittel-Einsatz in der intensiven Landwirtschaft), Das Klima isst mit (ökologische Auswirkungen der Nahrungsmittelproduktion), Fleisch frisst Ressourcen (Auswirkungen des Fleischkonsums auf Umwelt und Klima).
  • Die Ergebnisse können in ein Rollenspiel eingebracht werden. Ein mögliches Szenario: Die Schulmensa soll komplett auf "Bio" umgestellt werden. Zur Vorbereitung können auch die entsprechenden Verantwortlichen in der eigenen Schule interviewt werden. Ein weiteres Szenario: Ein Landwirt sucht Rat zur Frage, ob er auf ökologischen Landbau umstellen sollte oder nicht. Auch hier bieten sich Gespräche an, zum Beispiel können Bio-Bauern in der Region befragt werden.
  • Die Schüler/-innen können auf Grundlage der gefundenen Argumente ein Werbeplakat für Bio-Lebensmittel entwickeln.
  • Die Schüler/-innen können für ein gemeinsames Frühstück im Bioladen, Supermarkt oder auf dem Markt einkaufen und dort nach den besprochenen Siegeln suchen.

Creative Commons LizenzvertragDieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Sie dürfen diesen Text unter anderem ohne besondere Genehmigung verwenden und bearbeiten, z.B. kürzen oder umformulieren, sowie weiterverbreiten und vervielfältigen. Dabei müssen www.umwelt-im-unterricht.de als Quelle genannt sowie die oben genannte Creative Commons-Lizenz verwendet werden. Details zu den Bedingungen finden Sie auf der Creative Commons-Website.

Open Educational Resources Logo Umwelt im Unterricht unterstützt die Erstellung von Bildungsmaterialien unter offenen Lizenzen im Sinne der UNESCO.

Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

01.12.2016 | Gesundheit und Ernährung | Konsum
Bio-Siegel der Europäischen Union

Bio-Lebensmittel dienen dem Umwelt- und Tierschutz. Doch bei Verbraucherinnen und Verbrauchern sind auch Missverständnisse darüber verbreitet. Was zeichnet Bio-Lebensmittel aus – und welchen Beitrag leisten sie zum nachhaltigen Konsum?

mehr lesen

Zielgruppe