Guter Urlaub – für alle

Wanderer mit Rucksack an einem Abhang
Grundschule

Die Schüler/-innen erarbeiten mithilfe von Arbeitsblättern die unterschiedlichen Interessen von Urlaubern, Einwohnern und des Umweltschutzes vor Ort. Sie unterscheiden dabei zwischen gemeinsamen und gegensätzlichen Bedürfnissen. Zum Abschluss überlegen sie, wie die verschiedenen Interessen beim Reisen berücksichtigt werden können.

Kompetenzen und Ziele

  • Mögliche Auswirkungen des Tourismus für Umwelt und Einwohner in Urlaubsregionen kennenlernen
  • Einsicht in Abhängigkeiten verschiedener Interessen erhalten
  • Einsicht in Chancen gemeinschaftlichen Handelns gewinnen
  • Wirkungen und Nebenwirkungen eigenen Handelns für andere abschätzen und beschreiben können
  • Auswirkungen eigener Wünsche überprüfen
  • Erkennen und Zuordnen von Aussagen
  • Vorausschauend denken und Vorstellungen von der Zukunft entwickeln
  • In einer Gruppe gemeinsam mit anderen arbeiten können
  • Ergebnisse vor einem Plenum vorstellen können

Umsetzung

Die Leitfragen für den Unterricht lauten: Was hat Urlaub mit Umweltschutz und den Menschen am Urlaubsort zu tun? Wie kann man so Urlaub machen, dass er auch den Einheimischen nutzt und die Umwelt schont?

Der Unterrichtsvorschlag kann kombiniert werden mit dem Thema der Woche Klimafreundlich reisen. Dort geht um die CO2-Emissionen bei An- und Abreise.

Einstieg

Zum Einstieg bietet es sich an, bevorstehende Ferien oder Klassenreisen als Anlass aufzugreifen.

Die Lehrkraft kündigt an, dass es um die Frage gehen wird, was einen wirklich guten Urlaub ausmacht.

Als Impuls stellt die Lehrkraft beliebte Urlaubsziele und Aktivitäten vor. Zum Beispiel, indem sie Reiseprospekte verteilt oder Bilder beziehungsweise Berichte aus Reisemagazinen vorstellt (Beamer/interaktives Whiteboard). Geeignet sind Materialien zu den typischerweise bevorzugten Arten von Urlaub – Strandurlaub und Fernreisen in "Sonnenziele" (siehe Hintergrundtext).

Die Lehrkraft führt eine schnelle Umfrage in der Klasse durch: Was macht für euch einen gelungenen Urlaub aus? Sie fragt nach mehreren Merkmalen des Urlaubs:

  • Wie sollte das Wetter sein?
  • Wie sollte die Umgebung/Natur aussehen?
  • Wie sollte eure Unterkunft aussehen?
  • Welche Aktivitäten sollten möglich sein?

Die Wünsche werden für alle sichtbar notiert.

(Hinweis: Es bietet sich an, nach dem fiktiven Traumurlaub zu fragen, nicht nach konkreten Urlaubsplänen der Familien. Denn Urlaubsreisen sind eng verknüpft mit persönlichen Vorlieben und finanziellen Möglichkeiten. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema sollte in jedem Fall wertschätzend erfolgen.)

Die Lehrkraft informiert darüber, dass bei den meisten Menschen Strandurlaub und "Sonnenziele" beliebt sind (siehe Hintergrundtext).

Die Lehrkraft veranschaulicht mithilfe einer Bilderserie, dass einige Urlaubsorte/-regionen sehr stark vom Tourismus geprägt sind. Die Motive zeigen bekannte Urlaubsregionen, in denen jeweils Besonderheiten der Natur vor Ort sowie verschiedene Formen des Tourismus beziehungsweise Urlaubsaktivitäten veranschaulicht werden.

Die Lehrkraft informiert darüber, dass Urlaub nicht nur für Reisende schön ist, sondern auch den Einheimischen nutzen kann – unter anderem, weil Tourismus Arbeitsplätze mit sich bringt. Sie weist darauf hin, dass Tourismus aber auch Nachteile haben kann. Sie veranschaulicht dies mit einzelnen Motiven der Bilderserie.

Die Lehrkraft kündigt an, dass die Schüler/-innen in einer Gruppenarbeit herausfinden sollen, wie man so Urlaub machen kann, dass er auch den Einheimischen nutzt und die Umwelt schont.

Arbeitsphase

Die Schüler/-innen erarbeiten in Gruppen mithilfe von Arbeitsblättern, wie der Tourismus Urlaubsorte prägen kann und wie dies mit den Interessen der Bewohner vor Ort und dem Umweltschutz zusammenhängt.

Die drei verschiedenen Arbeitsblätter enthalten illustrierte Porträts von Familien im Urlaub sowie von Menschen aus der Urlaubsregion. (Das Konzept greift die Materialien zum Thema Klimafreundlich reisen auf und kann mit diesen kombiniert werden.)

Auf allen Arbeitsblättern finden sich jeweils ungeordnet Aussagen, in denen die Urlauber und Einwohner ihre Wünsche formulieren.

Zum Beispiel:

  • Urlauber: "Ich möchte nahe am Strand wohnen"; "Ich möchte nach dem Baden auch mal auf den Golfplatz!"
  • Umweltschützer: "Direkt am Wasser sollten keine Hotels mehr gebaut werden! Sonst werden die seltenen Vögel vertrieben, die in den Dünen brüten."

Die Schüler/-innen sollen die Aussagen den verschiedenen Personen zuordnen und im Anschluss Fragen beantworten. In den Fragen geht es darum, welche Interessen die Personen gemeinsam haben und welche sich widersprechen.

Abschluss

Zum Abschluss stellen die Gruppen ihre Ergebnisse vor. Sie überlegen anhand ihrer notierten Urlaubswünsche: Was wünschen sich die Menschen an meinem Urlaubsort von mir? Was könnte man tun, damit die Bedürfnisse von Menschen und Umwelt vor Ort berücksichtigt werden?

Die wichtigsten Ergebnisse werden notiert. Sie können in ein praktisches Projekt oder gegebenenfalls die Planung einer Klassenreise einfließen (siehe Erweiterungsmöglichkeiten).

Erweiterung

  • Der Unterrichtsvorschlag kann mit dem Thema der Woche Klimafreundlich reisen kombiniert werden. Im Anschluss an beide Einheiten kann als Gesamtauswertung ein eigenes Projekt stehen: Die Schüler/-innen entwerfen einen Ratgeber zu umwelt- und klimafreundlichem Urlaub in Form eines Posters oder einer Broschüre.
  • Die Klasse greift die Ergebnisse bei der Planung der eigenen Klassenfahrt auf. Welche Aktivitäten und Orte sind geeignet, und wie kann die Reise klimafreundlich organisiert werden?
  • Je nach Jahreszeit bietet sich auch eine Verknüpfung mit dem Thema der Woche Skispaß oder Umweltfrust an.

Informationen und Materialien

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Zielgruppe