Haie und Rochen: Warum ist Artenschutz wichtig?

Ein Hundshai im Wasser
Sekundarstufe

Die Schüler/-innen setzen sich am Beispiel von Hai- und Rochenarten mit dem Artenschutz in Nord- und Ostsee auseinander. Sie lernen einzelne Arten kennen und setzen sich mit den Ergebnissen einer aktuellen Studie auseinander. In Gruppen werten die Schüler/-innen ein Experteninterview aus. Sie präsentieren ihre Ergebnisse im Plenum und erarbeiten Maßnahmen für den Artenschutz.

Ziele und Kompetenzen

Die Schüler/-innen …

  • setzen sich am Beispiel von Nord- und Ostsee mit Regionen in Deutschland im Kontext des Naturschutzes auseinander,
  • lernen verschiedene in Nord- und Ostsee vorkommende Arten von Haien und Rochen (aus der Klasse der Knorpelfische) und ihre Besonderheiten kennen,
  • erarbeiten Gründe für die Gefährdung der Arten, wie zum Beispiel Fischerei und Klimawandel,
  • lernen Maßnahmen für den Schutz dieser Arten kennen, 
  • setzen sich mit der Bedeutung des Artenschutzes und dem Erhalt von Ökosystemen im Meer auseinander,
  • erweitern ihre Medienkompetenz, indem sie ein Experteninterview kritisch auswerten.

Umsetzung

Die Schüler/-innen setzen sich anhand von Hai- und Rochenarten mit dem Artenschutz in Nord- und Ostsee auseinander. Die Leitfrage lautet: Welche Ursachen gibt es für die Gefährdung dieser Arten in Nord- und Ostsee, und welche Schutzmaßnahmen gibt es?

Die Lehrkraft berichtet von einer Studie, in der deutsche Forscher/-innen den Bestand von Knorpelfischarten in Nord- und Ostsee untersucht haben. Das ist eine Klasse von Fischen, zu denen Haie und Rochen gehören. Die Studie belegt, dass unter anderem Riesenhaie, Dornhaie und Fleckenrochen in Nord- und Ostsee vorkommen. Für die Studie wurden Daten aus mehreren hundert Jahren ausgewertet, von Hinweisen aus historischen Quellen ab 1625 bis hin zu aktuellen Daten bis ins Jahr 2015. Informationen dazu liefert der Hintergrundtext

Ergänzend kann die Lehrkraft Fotos verschiedener Knorpelfischarten zeigen, die in der Nord- oder Ostsee vorkommen:

Hundshai (Galeorhinus galeus)

Foto: Teliko82/flickr.com/CC BY-NC 2.0
Weißgefleckter Glatthai (Mustelus asterias)

Foto: TheSupermat/commons.wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Kleingefleckter Katzenhai (Scyliorhinus canicula)

Foto: UHH/CeNak, Ralf Thiel/CC BY-SA 3.0

 

Riesenhai (Cetorhinus maximus). Hinweis: Diese Art ist in Nord- und Ostsee nicht etabliert, wird aber (selten) in der Nordsee nachgewiesen.

Foto: Chris Gotschalk/commons.wikimedia.org/Public Domain

Bericht des NDR über die Sichtung eines Riesenhais
Gewöhnlicher Adlerrochen (Myliobatis aquila)

Foto: bbmexplorer: www.bbmexplorer.com/flickr.com/CC BY-NC 2.0

In einem fragengeleiteten Unterrichtsgespräch wird zunächst die Studie thematisiert. Folgende Fragen bieten sich an:

  • Warum gibt es solche Studien zum Vorkommen von Arten?
  • Warum könnte es wichtig sein, über einen langen Zeitraum hinweg Fischbestände zu untersuchen?
  • Wie können Forscher/-innen bei diesem Thema lange zurückliegende Situationen untersuchen, zum Beispiel Fischbestände im 17. Jahrhundert?
  • Wie kann die aktuelle Situation untersucht werden?

Die Beiträge und Vermutungen werden in Form von Stichworten notiert.

Im Anschluss erhalten die Schüler/-innen den Auftrag, in Gruppen die Fragen zur Studie zu klären. Als Material erhalten sie ein Interview mit einem Experten zum Thema, dem Leiter der angesprochenen Studie. Die Materialien enthalten neben dem Interview auch Fragen, die bei der Auswertung sowie Bewertung des Gesprächs helfen.

Im Interview werden folgende Aspekte behandelt:

  • Besonderheiten von Haien und Rochen (beziehungsweise Knorpelfischarten)
  • Verlauf und Methode der Studie: Auswertung von historischen und aktuellen Daten
  • aktuelle Situation der Bestände
  • Ursachen der Gefährdung, wie Fischerei oder Klimawandel
  • Schutzmaßnahmen
  • Bedeutung der untersuchten Arten für die Ökosysteme im Meer und Bedeutung des Artenschutzes

Die Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse. Dafür bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, die auch zur Differenzierung genutzt werden können:

  1. Die Gruppen stellen im mündlichen Vortrag ihre wichtigsten Ergebnisse vor und tauschen sich darüber aus.
  2. Auf Grundlage des Interviews erarbeiten die Gruppen einen Slogan für den Schutz von Knorpelfischarten wie Haien und Rochen. Dieser Slogan soll bei einer Konferenz von Anrainerstaaten der Ost- und Nordsee präsentiert werden und für Schutzmaßnahmen werben. Die Gruppen präsentieren den Slogan und erklären, warum sie diesen ausgewählt haben. Was wollen sie mit dem Slogan kommunizieren und warum? Bei der Entwicklung des Slogans können folgende Fragen helfen: 
    • Warum ist es wichtig, dass die Anrainerstaaten kooperieren?
    • Warum ist es wichtig, Knorpelfischarten als Teil des Ökosystems zu schützen?
    • Warum ist das Ökosystem Meer schützenswert?
  3. Für die Präsentation kann in der Klasse die Situation einer Pressekonferenz nachgestellt werden. Einzelne Schüler/-innen übernehmen dabei die Rolle von Forscherinnen und Forschern, die auf einer Pressekonferenz die Studie vorstellen und Fragen beantworten. Die restlichen Schüler/-innen sind Journalisten/Journalistinnen, die Fragen zur Studie stellen. 

Zum Abschluss kann darüber abgestimmt werden, welcher Slogan der "Favorit" der Klasse ist und warum. Wurde eine andere Präsentationsform gewählt, entwickelt die Klasse gemeinsam einen Slogan für eine Anrainerstaaten-Konferenz. Bei der Entwicklung des Slogans können die unter 2. genannten Fragen helfen.

Erweiterung

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Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

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Arbeitsmaterialien (2)

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Sekundarstufe

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Zielgruppe