12.10.2020 | Ressourcen | Konsum

Nutzen statt besitzen – Wie nachhaltig ist "Teilen"?

Illustration; zwei Personen teilen sich verschiedene Gegenstände.

Private Autos stehen im Durchschnitt 23 Stunden pro Tag ungenutzt herum. Sind dann wirklich so viele Autos nötig? Viele Menschen meinen: nein. Sie machen Carsharing und nutzen Autos, statt sie zu besitzen. Das Prinzip lässt sich auf vieles übertragen, ob Bohrmaschine, Buch oder Kleidung. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch Ressourcen und die Umwelt. Internet und Smartphones helfen, das Ganze umzusetzen. Welche Vorteile hat das Teilen – und wo sind die Grenzen?

[Das Thema der Woche wurde ursprünglich 2013 veröffentlicht und im Oktober 2020 vollständig überarbeitet.]

Informationen und Materialien

Didaktischer Kommentar

Im Mittelpunkt der Unterrichtsvorschläge für Sekundarstufe und Grundschule steht die Frage, wie die gemeinsame Nutzung von Gegenständen zur nachhaltigen Entwicklung beitragen kann.

Anlass ist die Entwicklung von populären Online-Plattformen, die der sogenannten Sharing Economy zugerechnet werden. Hinter diesem Begriff stecken im Grunde genommen alte Konzepte. Die Plattformen sind Weiterentwicklungen von dem, was wir bereits als Flohmarkt kennen oder als Ausleihen und Aushelfen in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis.

Die Weiterentwicklung mithilfe von Apps und Internet ermöglicht jedoch neue Dimensionen. Das bietet Anlass, auch Grundfragen des Besitzes und des Konsums zu reflektieren. Zahlreiche konkrete Beispiele für das Tauschen und Teilen knüpfen an die Lebensrealität der Schüler/-innen an. Sie ermöglichen es auch, das Prinzip selbst zu erproben und   praktische Erfahrungen zu sammeln.

Die Schüler/-innen reflektieren ihr eigenes Konsumverhalten, setzen sich mit alternativen Handlungsstrategien auseinander und entwickeln Lösungsansätze für das eigene Handeln.

Zu den Aufgaben der Schule gehört es, den Zusammenhang von Konsum und Lebensstil mit der ökonomischen, sozialen und ökologischen Entwicklung aufzuzeigen. So sollen die Schüler/-innen dazu befähigt werden, als Konsumenten/Konsumentinnen ihre Entscheidungen selbstbestimmt, nachhaltig und sozial verantwortlich zu treffen. Ziel ist, dass sie ihr Handeln bewusst gestalten und entsprechend Verantwortung übernehmen. Somit stellen die Unterrichtsvorschläge einen Beitrag zur kritischen Verbraucherbildung dar sowie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Sekundarstufe

Die Leitfragen für den Unterricht lauten:

  • Wie kann es zum Umweltschutz beitragen, Gegenstände zu teilen?
  • Welche Möglichkeiten und Grenzen hat die gemeinsame Nutzung von Gegenständen?

Die Schüler/-innen erproben, welche Möglichkeiten des Teilens vielversprechend scheinen und welche Grenzen es gibt. Zu diesem Zweck diskutieren sie, welche konkreten Ansätze in der eigenen Klasse praktizierbar wären.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren auf diese Weise unterschiedliche Konsumtypen und Lebensstile.

Der Unterrichtsvorschlag kann insbesondere in den Fächern Sozialwissenschaften/Politik/Gesellschaft beziehungsweise den entsprechenden Lernbereichen und Vertiefungsfächern eingesetzt werden. Eine Durchführung bietet sich auch im eigenständigen Fach Verbraucherbildung an, das in einigen Bundesländern für bestimmte Schulformen vorgesehen ist.

Grundschule

Die Leitfrage lautet: Wie kann es zum Umweltschutz beitragen, Gegenstände zu teilen?

Die Schüler/-innen erarbeiten anhand von konkreten Beispielen aus dem Alltag Möglichkeiten und Grenzen des Teilens. Mithilfe der illustrierten Arbeitsmaterialien untersuchen sie einzelne Gegenstände und diskutieren in der Gruppe darüber.

Der Schwerpunkt des Unterrichtsvorschlags ist im Sachunterricht angesiedelt. Das Thema kann im Zusammenhang mit den Aspekten Konsum, Natur und Umwelt, aber auch Mensch und Gemeinschaft behandelt werden.

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