Indigene Völker im Kampf gegen den Klimawandel

Porträts verschiedener indigener Menschen

In vielen Regionen der Welt leben Völker, die seit langer Zeit im selben Gebiet leben und über viele Generationen ihre traditionellen Lebensweisen beibehalten haben – sogenannte indigene Völker. Oftmals ist ihre Lebensweise eng verbunden mit der Natur. Viele indigene Völker sind daher besonders betroffen durch Umweltveränderungen. Gleichzeitig bergen ihre Traditionen auch Ansätze für den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Was bedeutet der Klimawandel für diese Völker, und was können wir voneinander lernen?

Informationen und Materialien

Didaktischer Kommentar

Die Unterrichtseinheiten für die Sekundarstufe und die Grundschule verknüpfen die Themen Klimawandel und Klimaschutz mit der Lebenssituation indigener Völker.

Im Sinne einer interkulturellen Bildung befassen sich die Schüler/-innen mit der Kultur fremder Völker und lernen deren Strategien im Umgang mit Umweltproblemen kennen. Durch Perspektivwechsel soll unter anderem interkulturelle Kompetenz vermittelt werden. Diese ist im Bildungsauftrag von Schulen verankert und schließt an die Bildungskonzepte "Globales Lernen" und "Bildung für nachhaltige Entwicklung" an. Zudem beleuchten die Unterrichtseinheiten kulturelle Vielfalt und können der Entstehung und Verfestigung kultureller Stereotypen entgegenwirken.

Es werden grundlegende Kenntnisse der Zusammenhänge im Themenfeld Klimawandel vorausgesetzt.

Der Unterricht kann sowohl im Präsenzunterricht als auch im Fernunterricht durchgeführt werden.

Sekundarstufe

Die Leitfragen der Unterrichtseinheit lauten:

  • Auf welche Weise sind indigene Völker von Umweltzerstörung und Klimawandel betroffen?
  • Was können moderne Gesellschaften aus der traditionellen Lebensweise lernen für den eigenen Umgang mit Ressourcen?

Zu Beginn der Unterrichtseinheit machen sich die Schüler/-innen mit der Vielfalt indigener Völker vertraut und lernen deren Verhältnis zu Umwelt und Klima kennen. Anschließend recherchieren die Schüler/-innen am Beispiel einzelner indigener Völker, wie diese mit den Auswirkungen des Klimawandels und anderen Umweltveränderungen umgehen.

Anhand der Ergebnisse erstellen sie eine Geschichte (Storytelling) über das Schicksal eines indigenen Volkes aus Sicht einer einzelnen Person. Falls möglich, werden die Geschichten mithilfe digitaler Medien aufbereitet.

Der Einsatz der Unterrichtseinheit bietet sich im Zusammenhang mit den Themen Umweltschutz/ Nachhaltigkeit für die Fächer Biologie, Geografie, SoWi und Gesellschaftslehre an beziehungsweise in den entsprechenden Lernbereichen und Qualifikations- und Vertiefungsfächern.

Da viele Informationen über indigene Völker im Internet unter anderem auf Englisch und Spanisch zu finden sind, kann das Thema auch im Fremdsprachenunterricht beziehungsweise im bilingualen Unterricht behandelt werden.

Auch ein fächerübergreifender Einsatz, zum Beispiel im Rahmen einer Projekt- oder Hausarbeit, ist möglich.

Grundschule

Die Leitfragen der Unterrichtseinheit lauten:

  • Wie unterscheidet sich das Verhältnis indigener Völker zur Natur von unserem?
  • Was können wir voneinander lernen?

Die Schüler/-innen erhalten fiktive Briefe von indigenen Kindern. Darin wird der Alltag ihrer Völker vorgestellt sowie der Umgang mit der Natur, und es werden spezifische Umweltprobleme beschrieben. Die Schüler/-innen erhalten die Aufgabe, Antwortbriefe zu schreiben. Darin schildern sie ihren eigenen Alltag und entwickeln Ideen, um dem indigenen Volk mit seinem konkreten Umweltproblem zu helfen.

Die Unterrichtseinheit kann insbesondere in den Fächern Sachunterricht und Deutsch eingesetzt werden. Dort vor allem in Themenfeldern wie "Umweltschutz" und "Nachhaltigkeit" sowie in "Natur und Leben". Auch ein fächerübergreifender Einsatz ist möglich.

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