25.01.2018 | Klima

Wie der Klimawandel weltweit das Leben von Menschen verändert

Wagen des Technischen Hilfswerks im Hochwasser; daneben Ortsschild im Wasser
Grundschule

Die Schüler/-innen lernen anhand von Porträts von Menschen aus verschiedenen Regionen der Erde Folgen des Klimawandels kennen. Arbeitsblätter mit kurzen Texten stellen Beispiele für betroffene Länder vor, darunter die Malediven, Alaska und die Niederlande. Als Erweiterung kann die Situation von Migranten/Migrantinnen behandelt werden.

[Der Unterrichtsvorschlag wurde ursprünglich im Dezember 2012 erstellt und im September 2014 und im Januar 2018 aktualisiert.]

Kompetenzen und Ziele

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • setzen sich anhand von internationalen Beispielen mit den Auswirkungen des Klimawandels auseinander, 
  • schulen ihre Orientierungskompetenz durch den Einsatz von Karten,
  • stärken ihre Medienkompetenz durch die Recherche und Auswertung von Texten,
  • erweitern ihre Argumentationskompetenz durch die Darstellung von Bedürfnissen und Interessen anderer,
  • entwickeln Lösungsmöglichkeiten für Interessenkonflikte,
  • stärken ihre Sozialkompetenz durch das Erkennen der Notwendigkeit eines global ausgerichteten und zukunftsorientierten Umgangs mit der Natur.

Umsetzung

Die Leitfragen lauten:

  • Was hat der Klimawandel damit zu tun, dass sich die Lebensbedingungen für die Menschen in bestimmten Regionen der Welt komplett verändern?
  • Was kann getan werden, um die Situation der betroffenen Menschen zu verbessern?

Die Unterrichtseinheit kann mit einem aktuellen Anlass verbunden werden, zum Beispiel mit einem extremen Wetterereignis. Infrage kommen insbesondere ein Hurrikan, Überflutungen oder Dürre. (Jedoch sollte der Hinweis erfolgen, dass nicht jedes dieser Ereignisse mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden kann, sondern dass der Klimawandel regional zur Häufung, Verstärkung und längerer Andauer dieser Ereignisse führen kann.) Auch ein medienwirksames Ereignis wie der jährliche Klimagipfel der Vereinten Nationen bietet sich als Anlass an. 

Unter Umständen können auch Mitschüler/-innen mit Migrationshintergrund oder Flüchtlingskinder einbezogen werden, indem sie über ihre Heimat berichten. Dies muss jedoch sorgfältig geplant und abgesprochen werden, um die Betroffenen und die Klasse nicht zu überfordern. Entsprechende Materialien bieten unter anderem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, UNICEF und terre des hommes. In jedem Fall sollte die Unterrichtseinheit in eine umfassendere Beschäftigung mit dem Thema Klimawandel eingebettet werden, um grundlegende Zusammenhänge zu klären (siehe Themenseite Klima).

Zum Einstieg stellt die Lehrkraft kurz beispielhaft Menschen vor, die ihr bisheriges Leben aufgeben müssen - im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Dazu kann ein Name oder ein Land an der Tafel notiert werden, zum Beispiel:

  • Bikenibeu Paeniu aus Tuvalu: "Meine Insel wird vom Meer überspült!"
  • Miizuk aus Alaska: "Wenn die Eisdecke auf dem Meer schmilzt, können wir nicht auf Robbenjagd gehen!"

Beispiele finden sich in den Materialien oder – je nach Anlass – auch in aktuellen Medienberichten.

Um das vorhandene Wissen zu sammeln, fordert die Lehrkraft die Schüler/-innen auf, im Plenum Vermutungen anzustellen: Was könnte das Beispiel mit dem Klimawandel zu tun haben? Die Beiträge werden für alle sichtbar gesammelt. Dabei werden gegebenenfalls unklare Begriffe geklärt (siehe Themenseite Klima).

Die Lehrkraft weist darauf hin, dass der Klimawandel in vielen Teilen der Welt gefährliche Folgen haben kann und dass diese Folgen je nach Region unterschiedlich sein können.

In einer nachfolgenden Gruppenarbeitsphase erhalten die die Schüler/-innen die Aufgabe, herauszufinden, welche Folgen möglich sind und wie sich diese auf die betroffenen Menschen auswirken können.

Jede Gruppe bearbeitet eines der Arbeitsblätter mithilfe eines Atlas oder einer Weltkarte. Die Arbeitsblätter enthalten jeweils ein kurzes Porträt von Menschen aus verschiedenen Ländern. Darin werden wichtige Folgen des Klimawandels aus der Sicht der unmittelbar Betroffenen geschildert.

Die Schüler/-innen bearbeiten die Arbeitsaufträge auf den Arbeitsblättern. Dabei erarbeiten sie die konkreten Auswirkungen des Klimawandels in der jeweiligen Region und wie die dort lebenden Menschen mit diesen umgehen. Gegebenenfalls entwickeln sie in der Gruppe bereits erste Ideen dafür, wie die Situation verbessert werden könnte. Anschließend stellt jede Gruppe ihre Ergebnisse im Plenum vor.

In einer Diskussionsrunde werden Möglichkeiten zur Verbesserung der Situationen in den verschiedenen Ländern gesammelt und bewertet. Die Lehrkraft nennt gegebenenfalls Ansätze und stellt diese zur Diskussion. Ideen werden für alle sichtbar notiert und anschließend gruppiert beziehungsweise markiert:

  • Was kann man am Wohnort der betroffenen Menschen verbessern?
  • Wie können reichere Länder helfen?
  • Kann man die Idee leicht umsetzen oder ist dies eher schwierig
  • Würden die Betroffenen die Idee eher gut oder eher schlecht finden?

Zum Abschluss kann die Lehrkraft mit den Schülern und Schülerinnen einen eigenen Appell an einen Klimagipfel formulieren. Die Schüler/-innen werden aufgefordert, sich in die Lage von Betroffenen zu versetzen. Ihre Aufgabe ist es nun, ihre Lage für andere zu beschreiben und Vorschläge oder Forderungen aufzustellen: Was muss unternommen werden, um den Menschen in den Regionen zu helfen, die im besonderen Maße vom Klimawandel betroffen sind?

Die Forderungen können anschließend auf einem gemeinsam gestalteten Plakat zusammengetragen werden.

Erweiterung

  • Ausgehend von den Porträts in den Materialien kann das Thema Migration vertiefend im Unterricht behandelt werden. Dazu können die Texte zunächst von einzelnen Schülern und Schülerinnen laut in der Klasse vorgelesen werden. Anschließend fordert die Lehrkraft die Schüler/-innen auf, eine Fortsetzung für die Schilderungen zu finden: Stellt euch vor, die beschriebene Person beschließt, ihre Heimat zu verlassen. Wohin könnten sie gehen? Was wäre dort besser für sie? Gäbe es an dem anderen Ort auch Nachteile für sie? Besonders anschaulich ist die Situation in Tuvalu und in Alaska. Um eine größere Nähe zum Lebensumfeld der Schüler/-innen herzustellen, kann auch der Text zu den Niederlanden thematisiert und gegebenenfalls entsprechend abgewandelt werden.
  • Die Materialien des Bundesumweltministeriums zum Thema Klimawandel bieten weitere Informationen und umfangreiche Arbeitsblätter.
  • Eine Übersicht über alle Veröffentlichungen zum Thema Klimawandel bietet die Themenseite Klima von Umwelt im Unterricht. 

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Informationen und Materialien

Hintergrund (1)

25.01.2018 | Klima
Flüchtlinge verlassen den Helikopter

Weltweit befinden sich so viele Menschen auf der Flucht wie nie zuvor. Neben gewaltsamen Konflikten und Armut zählen auch Katastrophen wie Überschwemmungen oder Dürreperioden zu den Ursachen. Häufig wird auch der Klimawandel als Faktor angeführt. Doch wie sind die Zusammenhänge, und wie viele Menschen sind tatsächlich vor den Folgen des Klimawandels auf der Flucht? Und wie sieht ihre Zukunft aus?

[Der Hintergrundtext wurde ursprünglich im Dezember 2012 erstellt und im September 2014 und im Januar 2018 aktualisiert.]

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Arbeitsmaterialien (1)

25.01.2018 | Klima
Seerobbe im Eiswasser
Grundschule

In kurzen Texten werden Menschen aus fünf verschiedenen Kontinenten vorgestellt, die von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Die Beispiele umfassen die Länder Ghana, Tuvalu (Inselgruppe), die Niederlande, Bangladesch und die USA (Alaska).

[Die Materialien wurden ursprünglich im Dezember 2012 erstellt und im September 2014 und im Januar 2018 aktualisiert.]

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Zielgruppe