Online-Partizipation: Im Netz aktiv für Umwelt und Klima

Ein Clipart-Foto auf dem verschiedene Menschen mit Handys zu sehen sind. In der Mitte ist ein Smartphone abgebildet und eine Frau, die mit einem Mikrofon spricht.

Ein großer Teil des Alltags vieler Jugendlichen findet im Netz statt, das Smartphone ist für die meisten ein ständiger Begleiter. Genauso selbstverständlich ist es für Jugendliche, sich online für die eigenen Interessen zu engagieren – auch in der Politik. Wie kann man Online-Partizipation lernen? Und wie lassen sich Instagram, YouTube, Online-Petitionen, Blogs oder Memes nutzen, um auf umweltpolitische Fragen Einfluss zu nehmen?

Informationen und Materialien

Didaktischer Kommentar

Im Mittelpunkt der Unterrichtsvorschläge stehen die Partizipation von Kindern und Jugendlichen an öffentlichen Diskursen und politischen Entscheidungsprozessen mithilfe digitaler Medien. Sie werden am Beispiel umweltpolitischer Fragen betrachtet.

Zu den Aufgaben der Schule gehört es, die Schülerinnen und Schüler dazu zu befähigen, Entscheidungen selbstbestimmt, nachhaltig und sozial verantwortlich zu treffen. Ziel ist es, das eigene Handeln bewusst zu gestalten und entsprechend Verantwortung zu übernehmen. Zudem sollen die Grundlagen des demokratischen Miteinanders und die Voraussetzungen für die Beteiligung an politischen Prozessen vermittelt werden.

Im Sinne der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung setzen sich die Schüler/-innen mit Möglichkeiten der Partizipation auseinander, um ihre Umwelt beziehungsweise die Gesellschaft kreativ mitgestalten zu können (Gestaltungskompetenz).

Aufgabe der Schule ist es ebenfalls, einen kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit Medien zu vermitteln. Der Umgang mit digitalen Medien wird zunehmend in die Curricula sowie die Vorgaben für die einzelnen Fächer integriert. Das Kompetenzkonzept der Kultusministerkonferenz für die "digitale Welt" sieht unter anderem vor, dass Jugendliche die Bedeutung digitaler Medien für die politische Meinungsbildung und Entscheidungsfindung kennen und nutzen.

Dabei ist zu beachten, dass die Verwendung digitaler Medien zum Alltag der Schüler/-innen gehört – bei den meisten bereits in der Kindheit oder im frühen Jugendalter, spätestens aber in Ausbildung und Berufsleben. Darauf muss der Schulunterricht Bezug nehmen. Zudem gewinnt die Förderung von Medienkompetenz an Bedeutung, um Kindern und Jugendlichen Schlüsselqualifikationen zu vermitteln und sie somit auf das Leben in der sogenannten Informationsgesellschaft vorzubereiten.

Sekundarstufe

Die Leitfrage für den Unterrichtsvorschlag in der Sekundarstufe lautet: Welche Möglichkeiten der Online-Partizipation sind erfolgsversprechend, um ein umweltpolitisches Ziel zu erreichen? Die Frage wird beispielhaft anhand des Themas "Plastikmüll im Meer" behandelt.

Alternativ kann auch ein anderes Thema mit Umweltbezug eingesetzt werden, zum Beispiel Verlust der Biodiversität, Insektensterben, Klimawandel.

Die Umsetzung des Unterrichtsvorschlags bietet sich in den Fächern Sozialwissenschaften/Politik/Gesellschaft an. Durch die Verknüpfung mit einem umweltpolitischen Thema bietet sich auch das Fach Biologie an.

Je nach Einsatz digitaler Medien kann der Unterrichtsvorschlag mit dem Fach Deutsch verbunden werden.

Grundschule

Die Leitfrage für den Unterrichtsvorschlag in der Grundschule lautet: Wie kann man durch das "Liken" und "Teilen" von Inhalten in sozialen Netzwerken einen Beitrag leisten, um Umweltprobleme zu lösen?

Die Frage wird beispielhaft anhand des Themas "Plastikmüll im Meer" behandelt. Alternativ kann auch ein anderes umweltpolitisches Thema eingesetzt werden, zum Beispiel Bedrohung von Arten/Artenschutz, Insektensterben, Klimawandel.

In erster Linie ist der Unterricht im Sachunterricht angesiedelt. Durch die Verknüpfung mit Inhalten der Medienbildung bietet sich auch das Fach Deutsch an. Darüber hinaus ist die Befähigung, sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen, ein themen- und fächerübergreifendes Ziel.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Schüler/-innen im Grundschulalter bereits Erfahrungen mit sozialen Medien gemacht haben. Dies ist im Unterrichtsvorschlag berücksichtigt.

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